technische frage zur akw katastrophe in fukushima

  • Re: technische frage zur akw katastrophe in fukushima

    @PrinzEisen

    Wenn es in Fukushima zu 1-3 Kernschmelzen kommt, incl Bruch des Auffangbehälters. Was sagst du als Fachmann zu dem Verseuchungsgrad. Also wieviel oder wie weit um das Kraftwerk umzu wird es kein Leben mehr geben. Oder in welchem Umkreis wird man dort eine Ansiedlung verbieten.

    Ich habe gelesen das man in Tschernobyl eine 10km Grenze gezogen hat, allerdings wurde eine Verunreinigung des Grundwassers verhindert. Das kannste auch richtig stellen wenn du willst.

    Danke für die Antwort.

    KR51/2 kein Funke
    S 51 kein Motor

    Welche Chance hatte Bill Gates eigentlich, der reichste Mann der Welt zu werden?

  • Re: technische frage zur akw katastrophe in fukushima

    ich denke nciht das es zu einem super-gau inkl verseuchung usw kommt.

    was ich mich nur frage:
    ich hab in der schule gelernt, das eine siedewasserreaktor bei wegfall von wasser einfach ausgeht, da der moderator für die kettenreaktion wegfällt und die kerne nichtmehr genug abgebremst werden um neue rauszuhaun.
    hab mich mit dem thema natürlich ncih weiter beschäftigt aber wieso ist in fukoshima nun doch die kettenreaktion weiter am laufen ohne wasser?

    der unfall wird als stufe 4 eingestuft. das hier war schlimmer:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftw ... ile_Island

  • Re: technische frage zur akw katastrophe in fukushima

    mhm.. ne

    Der Moderator bremmst die Spaltteilchen, damit von Haus aus nicht alle, die frei gesetzt werden zum Spalten kommen. Sonst würde ja die Kiste schon mit Wasser und Kühlung total überhitzen...

    Mit dem Fehlen des wasser spalten viel mehr Elektronen das Uran also wird die Suppe heißer und es kommt zu dem, was man schmelze nennt

    @prinz, bitte nicht schlagen, wenn ich verkehrt bin

    Zitat von schumey

    Toffel, schreib ihr dass du perfekt für sie bist, da sie durch ihre Arbeit im Getränkemarkt ja im Umgang mit Flaschen geübt ist. :D

  • Re: technische frage zur akw katastrophe in fukushima

    Zitat von Landwirt

    Der Moderator bremmst die Spaltteilchen, damit von Haus aus nicht alle, die frei gesetzt werden zum Spalten kommen. Sonst würde ja die Kiste schon mit Wasser und Kühlung total überhitzen...

    Mit dem Fehlen des wasser spalten viel mehr Elektronen das Uran also wird die Suppe heißer und es kommt zu dem, was man schmelze nennt

    Ich schlag dich nicht aber miiiiiieeeeep-falsch. :D

    Zitat von scrap


    hab mich mit dem thema natürlich ncih weiter beschäftigt aber wieso ist in fukoshima nun doch die kettenreaktion weiter am laufen ohne wasser?


    Ich schreib gerade was.
    Ich denke morgen Abend stell ich das rein.
    Ist bissl mehr, weil ich ausholen muss um verständlich zu erklären.

    Fakt ist nur:
    Die Medien und Grünfrieden spielen eure Unwissenheit zu ihrem Profit aus.

    Mehr zu den wissenschaftlichen Hintergründen morgen, ok???

    Prinz

  • Re: technische frage zur akw katastrophe in fukushima

    Zitat von prinz_eisenherz


    Fakt ist nur:
    Die Medien und Grünfrieden spielen eure Unwissenheit zu ihrem Profit aus.

    Ja ganz toll... :strange: populistische Sprüuche bringen jetz wenig, merkste selbst ne?

    Vielleicht sind die Grünen auch einfach nur Menschen, die ein wenig mehr Bedenken haben, auch wenn sie diese Bedenken oft falsch äußern bzw die Maßnahmen, die sie ergreifen nicht so ausgereift sind. Wenigstens versuchen sie etwas zu tun und befassen sich vernünftig mit dem Thema. Das Deutsche Reaktoren sicherer sind glaub ich dir gern, aber was nützt das, wenn 70% der Erde atomar verseucht sind und nur Deutschland nicht strahlt... Außerdem gibt's keine 100% Sicherheit. Und die Abfallsache ist auch mit gemischten Gefühlen zu betrachten... Fakt ist, dass Menschen gierig sind und Sicherheitsvorkehrungen ignorieren. Hat man in Brunsbüttel ja oft genug erlebt... oder bei BP. Lass erstmal den Golf atomar verseucht sein... Nein Danke.

    Aber langsam geht's mir echt aufn Sack, dass die Grünen hier andauernd als Buhmänner hingestellt werden.... :crazy:
    Geh in die Politik und mach es besser!

    Ich hau mir jetz vor lauter Frust erstmal den guten Laphroig in die Birne. :strange:

    mfg Felix

  • Re: technische frage zur akw katastrophe in fukushima

    Zitat von PowerTower

    Und noch einer kaputt... diesmal ist Nummer 2 hochgegangen.

    Hat sich eigl von euch jemand schon einen Geigerzähler zugelegt? Im NDR2 haben sie heut morgen gesagt, die Nachfrage sei drastisch gestiegen...

    Aber was wollen wir in Deutschland mit nem Geigerzähler? So nah sind wir ja nun auch nicht dran....

  • Re: technische frage zur akw katastrophe in fukushima

    Zitat von Felix992

    Ja ganz toll... :strange: populistische Sprüuche bringen jetz wenig, merkste selbst ne?


    Nachdem du es einfach nicht merkst, obwohl sogar Huelle und Chechen dich wirklich sehr deutlich (und Chechen ungewöhnlich höflich) drauf hingewiesen haben, muss ich leider in Zukunft auf deine Meinung verzichten.

    Mach es dir auf meiner Ignoreliste gemütlich.
    Schönes Leben noch...

  • Re: technische frage zur akw katastrophe in fukushima

    Hast du nicht was von nem langem Text erzählt?

    Würd den gern mal lesen^^

    T?????????????????ö??????????? ????????????ï??????????n?????????????v????????????o
    ?????????k???????????????????? ??????????????t?????????????h?????????é????????? ??????h?????????i??

  • Re: technische frage zur akw katastrophe in fukushima

    wen meinste denn damit...?
    ich hoffe ja, nicht mich.
    fand jenen verlinkten artikel im volvo-forum (in einem inzwischen 15 seitigen thread), hielt ihn für recht informativ....und leidlich neutral.
    ich bin bekennender atomkraftgegener seit über 30 jahren, finde die endlagerung nicht befriedigend gelöst...und der normale betrieb (oder der in ausnahmesituationen) scheint ja auch nicht so wirklich zu klappen.
    letztendlich ist unser energiekonto völlig überzogen, wir verballern mehr strom, als mit vertretbaren methoden gewonnen/erzeugt werden kann.

    gruß, stefan

  • Re: technische frage zur akw katastrophe in fukushima

    Auf Grund der Tatsache, dass es in den Medien derzeit um nichts anderes als um die Vorgänge in den Kernkraftwerken in Japan geht und gleichzeitig diese Berichterstattung voll von Fehlern, Halbwahrheiten und Unverständlichkeiten ist, sehe ich mich genötigt, ein wenig Licht und fachlich möglichst korrekte Informationen in den Wust von Informationsmüll zu bringen.

    Überblick Gesamtanlage

    In den havarierten Reaktorblöcken in Fukushima handelt es sich um Siedewasserreaktoren des Typs BWR3 im Containment MARK I von General Electric.

    In einem Siedewasserreaktor wird das Kühlmittel Wasser im Reaktordruckbehälter auf etwa 250 °C bei einem Druck von etwa 7 MPa erhitzt.
    Im Reaktordruckbehälter befinden sich Brennelemente, die (je nach Typ) aus etwa 15 x 15 bis 17 x 17 Brennstäben (Durchmesser um 10 mm) bestehen und mit kleinen aus angereichertem Kernbrennstoff gesinterten Pellets gefüllt sind.

    Der Reaktordruckbehälter befindet sich in einem aus hochzugfestem Stahl bestehenden Containment, der als dichte und druckführende Umschließung im Fall von Leckagen die radioaktiven Materialien von der Atmosphäre fernhalten soll.

    Das Containment ist von einer Stahlbetonhülle zum Schutz vor Einwirkungen von außen (EVA) umgeben. Im Falle des MARK I ist diese Hülle gleichzeitig Tragstruktur des Containments.


    Vorkommnisse in Fukushima Daiichi

    Durch das Erdbeben vor der Küste Japans wurden bereits wenige Sekunden nach dem Eintreffen der Stoßwellen im Kernkraftwerk alle Steuerstäbe durch hochverdichteten Stickstoff von unten in den Reaktordruckbehälter geschossen und der größte Teil der nuklearen Kettenreaktion gestoppt. Trotzdem zerfallen auch nach dem Eindringen der Steuerstäbe noch Atomkerne. Dies nennt man Nachzerfall. Er entsteht überwiegend durch den Zerfall von Spaltprodukten der Hauptreaktion und fällt mit guter Näherung beinahe exponentiell ab.

    Nachfolgend habe ich euch die Nachzerfallsleistung exemplarisch des Blockes 2 KKW Fukushima Daiichi nach einer von mir unterstellten bisherigen Kernbetriebsdauer von 200 Tagen ab dem Zeitpunkt des vollständigen Einfahrens der Steuerstäbe in den Kern in Prozent der thermischen Reaktornennleistung (ca. 2352 MW) berechnet und in einem Diagramm dargestellt.

    [Blockierte Grafik: http://www.abload.de/img/nachzerfall_block29nhu.jpg]

    Das heißt, dass jetzt nach etwa 100 h oder 4 Tagen nach der Reaktorschnellabschaltung noch etwas weniger als 5,9 MW Leistung abgeführt werden müssen.

    Sicherlich interessiert die meisten hier vorrangig die Explosionen der Reaktorgebäude.
    Bei den Explosionen handelt es sich wie bereits durch die Medien kundgetan um Wasserstoffexplosionen. Irgendwas muss ja auch mal richtig sein.

    Der Wasserstoff entsteht durch eine Reaktion des Metalles Zirkonium aus dem die Brennstabhüllrohre zu über 90 % bestehen. Die Legierung heißt Zirkalloy und wird verwendet, da sie erstens sehr günstige physikalische Eigenschaften wie hohe Zugfestigkeit, gute Wärmeleitfähigkeit und ausgezeichnete Korrosionsbeständigkeit aufweist. Zum Zweiten sind die neutronenphysikalischen Eigenschaften dieses Werkstoffes ebenfalls sehr günstig. Der sogenannte Wirkungsquerschnitt gibt vereinfacht gesagt an, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist Neutronen einzufangen die damit nicht mehr in der Lage sind, einen Kern zu spalten. Dieser Wirkungsquerschnitt ist bei Zirkonium sehr klein, um möglichst wenige Neutronen zu verlieren, die dann nicht mehr für die kontrollierte und erwünschte Kettenreaktion zur Verfügung stehen.
    Der große Nachteil dieses Werkstoffes ist jedoch seine Eigenschaft bei hohen Temperaturen zu oxidieren also Sauerstoff zu binden. Kommt nun Wasser hinzu, so entzieht das Zirkonium diesem den Sauerstoff und der Wasserstoff bleibt einzeln.

    Zr + 2 H2O <=> ZrO + 2 H2 (exotherm)

    Diese Reaktion beginnt etwa bei 900 °C und da sie exotherm verläuft, trägt sie zu einem nicht unerheblichen Teil zur weiteren Temperaturerhöhung bei.

    Zur Vermeidung einer oberhalb von 4,1 % Wasserstoff in Luft möglichen zündfähigen Knallgasmischung, werden in der Regel die Containments von Siedewasserreaktoren mit Stickstoff inertisiert.

    In Fukushima war es nun so, dass sich durch die hohen Temperaturen im Kern bei gleichzeitiger Anwesenheit von Wasser bzw Wasserdampf ein beträchtlicher Anteil Wasserstoff gebildet hat.
    Um den Reaktordruckbehälter mit Kühlmittel zu bespeisen, musste dieser druckentlastet werden. Dies geschieht normalerweise automatisch durch Druckentlastungsventile, notfalls jedoch auch von Hand. Der Druck entweicht dann in das Containment und dieses wiederum wird (im Gegensatz zu einem Volldruckcontainment beim Druckwasserreaktor) in die sogenannte Kondensationskammer druckentlastet. Die Kondensationskammer ist bei Siedewasserreaktoren meist als rund um das Containment führender druckfester Behälter ausgeführt und zu großem Teil mit Wasser gefüllt, um in dem zu entspannendem Volumen vorhandene Spaltstoffe möglichst zu binden.
    In nachfolgendem Bild des MARK I-Containments in Fukushima ist dies der Bereich der mit "pressure supression chamber" bezeichnet ist.

    [Blockierte Grafik: http://www.abload.de/img/schnittkp3c.jpg]
    Quelle: General Electric

    Ist auch in der Kondensationskammer ein gewisser Druck erreicht muss dieser abgebaut werden. Dies erfolgt durch Öffnen von Ventilen in das nicht druckfeste und nicht dichte Reaktorgebäude und von dort in die Umwelt.
    Nein nicht durchdrehen. Erst weiterlesen.
    Die bei der Druckentlastung des Containments nicht von der Wasservorlage zurückgehaltenen Spaltstoffe sind beinahe ausschließlich kurzlebige oder sehr kurzlebige Tochternuklide mit Halbwertzeiten im Sekunden-, Minuten- oder maximal Stundenbereich.
    Das heißt, sie zerfallen in sehr sehr kurzer Zeit weiter, und bilden je nach Stoff und Isotop sehr bald stabile, das heißt nicht radioaktive Endprodukte. Im Wesentlichen sind dies 15N (T1/2 = 7,13 s) und radioaktive Edelgase wie 135Xe (T1/2 = 15,29 min) und 85Kr (T1/2 = 4,48 h).

    In Fukushima wurde also diese große Menge Wasserstoff in das Reaktorgebäude abgelassen, welches sich direkt oberhalb des dickwandigen Betongebäudes mit dem Reaktor befindet. Es besteht aus einer dünnwandigen Stahlbaukonstruktion und dient ausschließlich dem Wetterschutz.
    Nachfolgendes Foto zeigt die Stahlbaukonstruktion nach der Explosion.

    [Blockierte Grafik: http://www.abload.de/img/gebude_block_25qte.jpg]
    Quelle: Reuters

    Im Reaktorgebäude entstand mit dem Luftsauerstoff eine erhebliche Menge Knallgas, welches irgendwann durchzündete und zur Explosion führte. Das darunterliegende Gebäude wurde in keinem der 3 Fälle durch diese Explosion beschädigt.

    Ich mach für heute Schluss.
    Morgen schreibe ich was zum Zustand der einzelnen Blöcke und zur radiologischen Situation vor Ort.
    Außerdem versuche ich zu erklären, warum die Kühlung ausgefallen ist und stelle Bezüge zu deutschen Reaktoren her.

    Dieser Bericht erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Richtigkeit.
    Er gibt ausschließlich meine persönliche Meinung und mein eigenes bescheidenes und möglicherweise fehlerhaftes Verständnis wieder.


    Prinz

  • Re: technische frage zur akw katastrophe in fukushima

    Schicke Erklärung! Wenn doch nur mal die Nachrichtensender ansatzweise solch technische Details mal bringen würde. Mit richtigen Fakten halten die sich ja zurück.
    Ich fand ja schon in der Sek-Schule die Seiten im Schulbuch über sowas am interesantesten. Getreu nach dem Motto "Mehr Power"

    Alltag:
    GS500E / S100
    Sonntag:
    Star S70M

  • Re: technische frage zur akw katastrophe in fukushima

    Danke für diesen schönen Beitrag.

    Wie muss man sich das mit den 300KW Leistung vorstellen? Also wie müssen die abgeführt werden und sind die gespeichert? Wo sind sie?
    Weil man Leistung ja eigentlich nicht wirklich speicher kann oder?

    mfg Felix

  • Re: technische frage zur akw katastrophe in fukushima

    Dafür gibts ja denn den markanten Kühlturm, blos scheint der Wasserkreislauf nicht so zu funktionieren

    Alltag:
    GS500E / S100
    Sonntag:
    Star S70M

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